Ich treffe also hier auf dem Schiff einen ehemaligen Mitarbeiter a.D. des Bauamtes in Lauf, habe anschliessend ein interessantes Gespräch mit einer interessanten Frau über Psychologie, Pädagogik, NLP und das Leben. Und dann war da noch diese charmante persische Frau, deren Augen verraten, dass ein sehr wacher Geist darin wohnt. Für sowas ist dann wohl ein Tag auf See gut. Danke für diese Begegnungen.
Kreuzfahrtschiffe sind schwimmende Städte: es gibt auf dem Schiff nicht nur Köche, Kellner, Animateure, Klimatechniker, Hotelfachleute, Reinigungspersonal, Elektriker, den Kapitän nebst seiner Kadetten und Offiziere, nicht nur Funker und Hostessen für alle an Bord befindlichen Sprachen der Urlauber, Ausflugsplaner, Customer Service und einen Arzt. Es gibt auch noch die Physiotherapeuten, den Friseur, die Tanzlehrer, Security, die Apotheker und Groupiers.
Das Schiff hat eine Wäscherei, riesige Heissmangeln, Werkstätten für Polsterer, Schneider, Schreiner, Menschen, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als Müll zu trennen, Obst in Tierformen zu schnitzen, Handwerker, die umgehend jeden Makel ausbessern, es gibt auch Bäcker, Metzger und den Provisioner (verwaltet die Vorräte). Die Auswahl trifft der Provisioner je nach Urlaubern, die sich auf dem Schiff befinden. Mehr Deutsche, mehr Schnitzel, mehr Italiener, mehr Pasta. Es gibt Klempner, Mechaniker (in den Maschinenräumen), Musiker und andere Künstler. Ich habe auch eine Art Kirche gefunden.
Ein paar Menschen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, die Handtücher und Decken wieder von den Liegen einzusammeln und zur Wäscherei zu bringen, die Liegen wieder ordentlich hinzustellen und für Handtuch- und Deckennachschub zu sorgen. Jeden Tag sieht man Menschen draussen, kleinste Makel im strahlenden Weiss des Schiffes wieder sauberweiss zu tünchen.
Das Schiff hat eine eigene Müllpresse und Müllverbrennungsanlage, eine Wasserwiederaufbereitungsanlage und dafür ist ein Umweltoffizier verantwortlich. Die Verbrennung des Biomülls erzeugt widerum Strom für die Küche. Desweitern hat das Schiff eine eigene Kläranlage. Umweltbewusstsein insgesamt wird gross geschrieben.
420 speziell geschulte Besatzungsmitglieder aus 32 Ländern insgesamt, die fuer 800-900 Passagiere verantwortlich sind. Die meisten dieser 420 sind ständig unter Deck und für den gewöhnlichen Passagier gar nicht zu sehen.
4 grosse und 6 “kleine” Dieselmotoren haben insgesamt ca. 45000 KW und sorgen für Antrieb und Strom. Das Schiff wird stabilisiert mit einer Art “Kinderstützräder” und dem Ein-und Abpumpen von Wasser, um die Tiefe zu verändern. 188m Länge, ca 45m Höhe, 8m Tiefgang und ca 25m Breite beherrbergen all das Aufgeführte. Irre.
Die Kommandobrücke kann auf einem Radar alle Informationen im Umkreis von 90 Seemeilen ablesen, ständig werden Wetterdaten übermittelt zum Schiff und obwohl die Route automatisch berechnet wird, muss einer der Kadetten diese noch auf Karten zeichnen.
Nach all diesen Informationen begegnet man auf dem Schiff jeder gebügelten Serviette anders und es fällt auf, dass tatsächlich _gar nichts_ Kaputtes zu finden ist. Alles wird umgehend ausgebessert, repariert, verschönert.