Salve,
der letzte Tag begann mit wirren Auto-Riksha Touren und vielen Unsicherheiten darueber, welcher Tempel heute wann geoeffnet ist. Ich bin daher gefuehlte 50 KM durch die Stadt gestapft und habe Impressionen gesammelt. So zum Beispiel dieser Stromverteiler:
Oder diesen ganz alltaeglichen Buergersteig:

Auch mit viel Phantasie kann ich mir nicht denken, was hier wohl beabsichtigt ist. “Kleinwuechsige koennen links abbiegen, weil nur sie das Gleis 9 1/2 dahinter sehen?” oder “Auf den Baum und dann links – undzwar kostenlos?”
Besonders gefreut habe ich mich ueber das vielfaeltige Angebot von Siemens, so wie zB dieser Siemens-Bibelkreis:
Prinzipiell sehen die meisten Tempel hier gleich aus. Nur in diesem Tempel scheint sich das Fehlerteufelchen eingeschlichen zu haben. Finde den Fehler im Bild
Im Bull Temple findet man einen imposanten Granitblock, aus dem irgendwer einen Bullen geschnitzt hat. Dann wurde der Tempel drumherum gebaut – fertig die Pilgerstette. Dieser massige Bulle ist wirklich recht beeindruckend:
Mit den motorierten Gefaehrten ist man auch nicht schneller als mit 2 KS:
Die groessten Fussspuren auf meinem zarten Seelchen hinterliess heute allerdings das ISKCON Zentrum. Man durfte doch bereits im Orbit schon keine Fotos mehr machen, was sehr schade ist, denn was ich drinnen sah, haette ich gerne mit Euch geteilt:
In langen Schlangen bewegen sich Tausende Menschen zu den Altaren der verschiedenen Gottheiten vor, undzwar geht man dabei barfuss von Granitplatte zu Granitplatte und auf jeder Platte murmelt man ein Mantra, welches auch aus schlechten Lautsprechern ertoent. Ich war unter diesen, gewiss mindestens 3000 Menschen die einzige Weisse. Ich fuehlte mich nicht ueber die Maße unwohl, dennoch sehr fremd. Die Menschen dort waren sehr emotional, konnten es kaum erwarten, bis zu den Altaren zu gelangen, um dort zu beten, auf die Knie zu gehen, den Boden zu kuessen und zu murmeln.
Entfremdet passierte ich nach und nach allen Stationen: 120 Granitplatten zum Murmeln, 5 (oder waren es 6?) Altare und schliesslich die Abteilung Merchandising: Buecher, blinkende Bilder, Figuerchen saemtlicher Gottheiten, Obst, Suessigkeiten, Fuehrer, Getraenke und all das, was man an solch einem Ort eben erwartet. Das wirkt mit meiner mir antrainierten westlichen Skepsis wie ein Witz oder ein gut aufgezogenes Disneyland fuer religioese Erwachsene. Die Menschen lassen in der Tat dort viel Geld und der Part mit den Verkaufsstaenden duerte mindestens so lange, wie die Murmelei zuvor. Der Gruender “Abhay Charan Bhaktiychedanta Swami Prabhupada” scheint eine “Marktluecke” gefunden zu haben. Allenorts sind dort Bilder und Statuen von ihm. Sehr gegenwaertig ist er und wird als der Grosse und der Wunderbare gelobt.
Ich kann leider kein Bildmaterial dazu bereitstellen, die folgenden beiden Links dazu lohnen sich allerdings, denn man bekommt einen Eindruck davon, was dort hinter geschlossenen Mauern so passiert:
http://www.iskconbangalore.org/contents/multimedia/
http://www.bangalorebest.com/discoverbangalore/sightseeing/religion/temples/iscon.asp
Dazu ein Panoramablick ausserhalb des Gebaeudes:
http://www.bangalorebest.com/360panorama/main.asp?url=/360panorama/iscon/iskcon.asp
Nicht represantiv auf den Bildern dieser Links ist das Ausbleiben der Menschenmassen, die sich da murmelnd durchschieben.
Ich rieche immernoch nach Weihrauch und ich fuerchte, das werde ich jetzt vor dem Rueckflug auch nicht mehr aendern koennen. Hoffentlich gibts keinen Aerger am Zoll
















