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China: Beijing: Tag 9 – der letzte Tag

Posted: 22nd August 2009 by Anja in Travel
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Der letzte Tag.

Immer wenn ich gerade anfange, mich zu arrangieren, muss ich wieder fahren.

Heute am Samstag wollte ich gerne noch die Gelegenheit nutzen, Terro… nein. TOURist zu sein. Ganz frueh aufgestanden habe ich den Zoo besucht. Dort kann man in den Morgenstunden den Pandas beim Spielen, Purzelbumschlagen, Raufen und einfach nur unglaublich drollig sein zuschmunzeln.UNGLAUBLICH drollig. Ich weiss nicht, wie diese Spezies in der Natur je klar kam. Sie sind ja so dermaßen ungeschickt.

kleine_Trolle

Den Rest des Zoos habe ich versucht zu uebersehen. Trostlos.

Anschliessend  fotografierte ich mich durch das Aquarium. Das war schon sehr beeindruckend, denn ein so grosses Becken habe ich bisher noch nicht gesehen (Gigantoquarium). Wuerde sich aber gut machen als Wohnzimmer.

Aquarium_in_Beijing

Ich faende das sehr relaxend in der Wohnung …

Jede Vorstellung, die ich bisher von Menschenmassen hatte, ist unrealistisch. Man ist es hier gwohnt, sich ueberall durch die Gaenge, Straßen, U-Bahn, Kaufhaeuser, Gassen, Tempel und sonstwelche oeffentliche Plaetze zu schieben. Es wird viel Attraktionskonsumiert, man muss anscheinend ueberall mal gewesen sein. Das Grundgefuehl, welches dabei mitschwingt ist allerdings ein eher flaches. Man schaut sich zwar etwas an, aber ich beobachte nicht, dass man dies genau tut. Kein Wunder. Bei all dem Gedraengel und Geschiebe bleibt auch keine Zeit mehr zum Verweilen. Das finde ich sehr schade. Diese Zeit zum Verweilen suchte ich mir daher, undzwar im Lama-Tempel. Kollegen fragten mich dann und wann immer wieder mal, warum ich gerade _da_ hin wolle. Relegion/Glaubensgrundsaetze stoßen nicht auf viel Verstaendnis war meine Schlussfolgerung.

Hier ein paar Impressionen von dem Ort, der mir wieder einmal gezeigt hat, warum meine Grundhaltung eine eher buddhistische ist:

Betende

Diese Buddhafigur hat Aura.Es handelt sich um eine 18 Meter hohe, aus einem einzigen Sandelholzbaum geschnitzte Statue des Buddha Maitreya steht. Der Stamm des Ursprungsbaums ist 26m hoch, 8m davon in die Tiefe gesetzt.

Die_Statue

Ich verweilte hier gerne, nahm den Duft all des Raeucherwerks auf, genoss die Ruhe, den Frieden, den die Menschen an diesen Ort mitbrachten. Hier wird das “Law of Attraction” gelebt. Da fuehle mich mich Zuhause.

Wenn der folgende Mann bei der SuSE arbeiten wuerde, haette garantiert schon jemand behauptet, die Tasse wuerde ihm gehoeren. Nehmen_und_Geben

Auffaellig ist hier, wie sehr Menschen sich mit dem “Jetzt” beschaeftigen, nur ein klein wenig mit dem Morgen, aber kaum mit dem Gestern. Man ist stolz auf die Vorfahren, man verbringt jedoch nicht mehr Zeit mit den Toten, als mit den Lebendigen. Noergeln, jammern, motzen, noehlen, sich beschweren, frotzeln, sarkastisch sein … davon habe ich bisher noch nichts empfangen. Und _wieder_ verfalle ich in Gedanken ueber das Deutschtum. Ich will das nicht mehr. Nur wie … nur wie …

Waesche darf hier nicht parken?

_Warum_ darf hier keine Waesche parken?

China: Beijing: Tag 8

Posted: 22nd August 2009 by Anja in Travel
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Der heutige Tag sollte rein kulinarisch ausgleichen, was am Vortag sich nur schwer verdauen lies. Ein Kollege lud abends in ein vegetarisches Restaurant ein. So abwechslungsreich und lecker, dass mir das Wasser im Munde zusammenlaeuft, wenn ich dran denke :)

Zunaechst aber musste ich meinem neuen Floh im Ohr ein Heim schenken, indem ich mir das – hier entdeckte – nun 5 Tage ersehnte – Snakeboard kaufte. Sunny fuhr mit mir dazu zu einem speziellen Shoppingcenter. Das war sehr nett. Schoen waere es auch gewesen, wenn ich mir noch die Schuhe gekauft haette, die ich dort gesehen habe und wirklich mochte. Sunny fand aber, dass die zu teuer sind und somit war entschieden, dass ich die nicht kaufe (n darf) ;-)

Nach dem Essen hat Alex und alle auf einen See entfuehrt, um bei Nacht Boot zu fahren. Der See ist nicht gerade der Lake Michigan, was die Groesse angelangt, dort herrschte aber eine blumige Mischung aus Bars und Restaurants, oeffentlichen Plaetzen, wo man sich abends zum Tanzen oder Seilhuepfen trifft oder auch einfach nur einen Drachen steigen laesst – und im Gegensatz dazu die Ruhe auf dem See selbst.

See in Beijing

Mit diesem Boot sind wir gefahren, das war mit leichtem Wind im Haar nach all der Hitze eine sehr willkommene, relaxte und lustige Angelegenheit.

_Noch_ lustiger wurde es, als wir auf dem grooooossen und weeeeeeeeeiten See ploetzlich inmitten eines STAUs befanden. Ich finde, SOWAS ist wirklich nur in China moeglich:

Stau_auf_dem_Wasser

Witzig ist ja nicht nur, dass es anscheinend Stau-junkies hier gibt, sondern auch, dass ein “Sortierboot” (weil die Arbeitskraft nichts kostet ;-) ) darunter war, welches die anderen Boote angeschoben hat, damit _ueberhaupt_ eine Chance besteht, von diesem Fleck je wieder weg zu kommen ;-)

Ach ja. Falls Ihr mal bei Starbucks in Beijing seid (davon gibt es hier laut Prospekt 70), das sind die neusten Angebote:

Alles_ganz_klar

Alles klar, nicht wahr? :-)

China: Beijing: Tag 7

Posted: 20th August 2009 by Anja in Travel
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Guten Abend geneigter Leser,

meine Mittagspause habe ich heute genutzt, allerlei Fragen zu stellen. Dazu gehoerte die Frage, ob das Geruecht stimmt, dass Chinesen auch Hunde und Katzen verspeisen. Die mild laechelnde Antwort darauf war: “Katzen, ich denke nicht, davon weiss ich nicht. Hunde gibt es in vielen Restaurants. Es werden aber nur _die_ gegessen, die nicht suess und fluffig sind (also nicht Geschmack, sondern Aussehen). Also kein Chinese, wuerde einen Pekinesen (also die Hunderasse) essen. Es gibt halt die Haustiere und die <Esshunde>, die nicht so suessen.”

Auch lernte ich ueber die chinesische Schriftsprache und lies mir am Abend meinen Namen in chinesischen Schriftzeichen aufmalen. (Das ist nicht selbstverstaendlich, da sich Namen nicht per se einfach so uebertragen lassen). In meinem Fall besteht der Name aus 2 Schriftzeichen. Das erste steht fuer “An” und das 2. fuer “ja”. Ersteres bedeutet im Chinesischen wohl soetwas wie “sicher”, zweiteres bedeutet so in etwa “stolz, anmutig, elegant”. Ganz besonders gefreut hat mich, dass das erste Schriftzeichen aus einem Pferd und einer Frau besteht (die Symbolik dahinter).

Abends war ich zu einer Hochzeitsnachfeier eines Kollegen fuer Kollegen eingeladen. Auf dem Speiseplan stand “Hot Pot”. Man hat einen kochenden Topf vor sich stehen (kann sich hier den “Hauptgeschmack” aussuchen, ich waehlte “Curry”) und wirft dann allerlei in den Topf zum Garen hinein. Da es total unhoeflich ist, irgendetwas abzulehnen habe ich tapfer alles gegessen (fast alles), was man mir in diesen Topf geworfen hat. Dazu gehoerte vor allem in hauchduenne Scheiben geschnittenes Fleisch (zumindest hoffe ich, dass es einfach “nur” Fleisch war) und Fisch. Die naehere Herkunft oder urspruengliche Verwendung dessen, was ich da aß, will ich gar nicht wissen. Es ist auch besser, nicht danach zu fragen. Mir glaubt das in der Heimat sowieso niemand.

Im Topf schwammen (fuer den Grundgeschmack) schon Merkwuerdigkeiten wie Teile von Krebsen und anderen Neuerungen. Ich habe mich bemueht, nicht so genau hinzusehen. Mir gegenueber sass das Brautpaar und strahlte mich an und bot mir an, was auch immer gerade neu aufgetischt wurde. Es war eine voellig neue Erfahrung. Ich aß also tapfer Scheibchen vom Rind, Schwein, Lamm, Schaf und unidentifizierten Fischsorten. Das, was mir allzu obskur erschien hat gottlob Olli aus meinem Topf gefischt und gegessen. *Phew* Ich habe mich ueber diese Einladung und dieses Erlebnis immens gefreut, da habe ich das Opfer, Dinge, die ich normalerweise im Leben nicht anruehren wuerde, zu probieren, in Kauf genommen. DANKE an das Brautpaar fuer dieses Erlebnis. Glauben wird es mir dennoch niemand. :-)

Heute war der letzte Tag der Training-Sessions. Die Stimmung war wirklich toll. Ich fragte Erfahrene, ob die Chinesen immer so enthusiastisch seien. Die Anwort war: “Man kann sie recht leicht anstecken, ja.” Also ist ein Funke uebergesprungen ;-) Mich freut das sehr.

Das Team in China

Danke, danke, danke an alle!!!

China: Beijing: Tag 6

Posted: 19th August 2009 by Anja in Travel
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Was soll ich sagen?! Die Sonnenbrillenverkaeuferin im Silk-Market hatte recht, heute war mal blau zu sehen und sogar die Sonne kam kurz durch. Man konnte heute vom Buerogebaeude aus weiter ins “Land” schauen als sonst:

Weitsicht_wie_noch_nie

Heute schlagen die ersten menschlichen Eindruecke ein, das Eis ist gebrochen. Zu den Kollegen entwickle ich nun einen Draht und das ist ein lustiger :-)

Inmitten meiner Fotos gefiel mir gerade dieses:

Little Miss Buddha :-)

Ich fand diese Little Miss Buddha in der verbotenen Stadt:

Die verbotene Stadt

Dort gibt es sogar eine Muellabfuhr (weil Arbeitskraft …):

die Muellabfuhr

Da waere dann auch noch beim Stoebern durch die Bilder folgendes: Neulich im Kaufhaustempel:

keine Deko

Nein, es war keine Deko :-)

Wir waren heute abends mit dem QA-Team essen im “Golden Jaguar” – Ein Restaurant entlang des grossen LED-Displays – ich weiss nicht, ob ich je ein so grosses Restaurant gesehen habe. Das feilgebotene Buffet hatte garantiert eine Laenge von 200 – 250 Metern. Gigantomanie zum essen. Unglaublich. Die Kellner verstaendigten sich ueber Funk, die Koeche trugen alle Mundschutz. Es gab dort allerlei Allerlei. Allerlei davon wagte ich nicht zu probieren – es war ohne Frage ein Erlebnis, leider durfte man dort nicht fotografieren :-(

Der Abend mit den chinesischen Kollegen war total schoen.Herzlich – viel Lachen, viel voneinander lernen, einfach sehr menschlich und ausgelassen sein, leuchtende Augen, eine Geste, eine nette Beruehrung. Einige haben mich wirklich begeistert. Hilfsbereitschaft ist hier so gross geschrieben und aus einer sehr angenehmen Natuerlichkeit heraus gelebt. Einfach schoen. Erzaehlen mit Haenden und Fuessen  und viel gegenseitigem Verstaendnis fuer die Schrullen des anderen. Klar. Ich bin ja auch Besuch :-)

Da der Muskelkater 2,5 Tage andauerte: HABE ich eigentlich erwaehnt, dass es die chinesische Mauer hoch, bis da oben in die Wolken 1 3 1 8 Stufen waren? GROSSE Stufen?

1318 Stufen in die Wolken

Ergaenzung

Posted: 18th August 2009 by Anja in Travel
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Ich hege die Theorie und pflege sie auch, dass es hier in Beijing nicht regnet, weil die Smog-Dunstglocke den Regen von oben einfach ignoriert und abperlen laesst. Von der Sonne existiert hier im Dauernebel nur eine Ahnung. Ihre Existenz ist ein unbestaetigtes Geruecht.

Heute wollte man mir im Silk-Market eine Sonnenbrille verkaufen. Als ich die Verkaeuferin fragte, gegen welche Sonne ich diese denn eigentlich gebrauchen sollte antwortete sie mir: MORGEN wird die Sonne scheinen. Sales-Menschen halt. Alles Huetchenspieler ;) Durch die engen Gaenge des Silk-Market wandernd drehte ich mich irgendwann zu meinen (deutschen) Kollegen um, um etwas zu erzaehlen, wobei ich feststellen musste, dass ich die beiden verloren hatte. Sie hingen an Staenden fest und verhandelten.

… der eine beim Schmuck … der andere bei der Kosmetik … Was soll ich DAZU noch sagen ;)

Nochmal zum Klima: Man moechte hier alle 2 Stunden duschen. Die hohe Luftfeuchtigkeit, die Hitze, der Dreck in der Luft … das alles zusammen gibt eine Schutzschicht auf der Haut. Aber der Schutz funktioniert in die verkehrte Richtung – im Hotel kann ich in sanitaerem Luxus schwelgen. Wenn das nicht waere, wuerde ich mich fuehlen wie ein Wurm. (Und lande hoffentlich auf keinem Spiess)

Was mir in Indien die morgendliche Tageszeitung ist, ist hier das chinesische Fernsehprogramm. Gestern sah ich eine Werbung fuer ein Produkt, welches “groesser” werden lassen soll. Man sah eine junge Frau irgendein Getraenk zu sich nehmen, anschliessend Elektronen an ihre Fuesse anschliessen und dann eine rudimentaere Animation ueber das, was diese Kombination im Gehirn ausloest. Dort kamen kleine Bubbles an und vermeldeten _umgehend_ den Unterschenkelknochen, zu wachsen. Anschliessend wurden Menschen interviewed – vorher/nachher – und diese waren dann 5-10 cm groesser als zuvor. Wunder passieren … in China. (Ich bin mir sicher, dass die Regierung gesagt hat, dass das totaaaaal harmlos und in keinem Fall gesundheitsschaedigend ist und ganz ganz sicher hilft!)

Gegenueber des Hotels ist vor ein paar Monaten das Gebaeude eines staatlichen Fernsehsenders abgebrannt. Das sicherlich 30-40stoeckige Gebaeude steht noch, sieht aber eher wie “Chinese Modern Art” aus. Wenn man im Aussenbereich entlang unterwegs ist, eroeffnet sich einem ein gaenzlich unbekanntes  Geruchs-Portpourri – ich weiss jetzt, wie “gestorbenes Plastik” riecht.

Ich habe heute gelernt auf chinesisch bis 3 zu schreiben!!! – Danke Sunny :-)